Kapitel aus meiner Seminararbeit

Unterschied der einfachen und doppelten Buchführung

Jeder Unternehmer ist nach § 238 HGB verpflichtet, seine Geschäftsvorfälle nachvollziehbar aufzuzeichnen.

Der grundlegende Unterschied liegt nun darin, wer zu welcher Buchführung verpflichtet ist. Dies bestimmt die Buchführungspflicht, auch wenn damit eigentlich nur die Pflicht zur doppelten Buchführung gemeint ist. Die Unternehmer, die von dieser Pflicht befreit sind, müssen trotzdem die einfache Buchführung durchführen.

In der Grafik kann man gut erkennen, dass die Buchführungspflicht vom Unternehmen, sowie des jeweiligen Einkommens abhängig ist. So haben Freiberufler und Kleingewerbe das Privileg die einfache Buchführung machen zu dürfen. Im Gegensatz dazu stehen die Handelsgesellschaften, die immer zur doppelten Buchführung verpflichtet sind. Bei Gewerbetreibenden und landwirtschaftlichen Betrieben ist das komplizierter. Sind Gewerbetreibende im Handelsregister eingetragen oder beträgt in zwei aufeinanderfolgenden Jahren ihr Jahresumsatz über 600.000€ und ihr Jahresgewinn über 60.000€, so sind diese auch zur doppelten Buchführung verpflichtet. Ist dies nicht der Fall, dürfen sie die einfache Buchführung anwenden. Landwirtschaftliche Betriebe sind dann zur doppelten Buchführung verpflichtet, wenn ihr Nutzflächenwert über 25.000€ und ihr Jahresgewinn über 60.000€ beträgt.

Sobald ein Unternehmen die Umsatz- oder Gewinngrenze überschritten hat, erhält dieses eine Benachrichtigung vom Finanzamt, dass es ab sofort buchführungspflichtig ist.

Ein weiterer Unterschied liegt darin, dass bei der einfachen Buchführung alle Einnahmen und Ausgaben nach Datum sortiert werden. Es wird also lediglich festgehalten, dass man Geld eingenommen bzw. ausgegeben hat. Im Vergleich dazu werden Transaktionen bei der doppelten Buchführung gleich zweimal erfasst. Näheres dazu wird in den folgenden Punkten erläutert.

Doch die doppelte Buchführung hat auch Vorteile. Man erhält zahlreiche und genaue Informationen, für welche Zwecke Geld ausgegeben wurde, welcher Wert aktuell das Lager des Unternehmens beträgt oder wie viel Geld noch zur Verfügung steht- und das täglich. Im Gegensatz dazu bietet die einfache Buchführung zwar auch einen Einblick auf die Liquiditätslage, jedoch nicht so detailliert, wie es die doppelte Buchführung gewährleistet.

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