Eindrücke von „Jugend forscht“

Am Freitag, dem 14.02.2020, hat unser Seminarkurs und zusätzlich jüngere Schüler unseres Gymnasiums den Campus Künzelsau und die dort ansässige Halle, bereitgestellt für Jugend forscht von ebm-papst, besucht.

Ich habe schon öfters von „Jugend forscht“ gehört und dies als interessant und ansprechend empfunden, weshalb ich mich auf unseren dortigen Besuch sehr gefreut habe. Anfangs haben uns zwei Studenten ihr Studium mit ebm-papst an der Hochschule Heilbronn vorgestellt. Obwohl ich interessiert an technischen Berufen bin, muss ich zugeben, dass mich die Studien dort nicht unbedingt angesprochen haben. Grund hierfür ist zum Beispiel die häufige wirtschaftswissenschaftliche Ausrichtung der Studiengänge sein. Trotzdem war ich sehr erfreut, über die Fachhochschule einiges zu erfahren, da ich stets für Informationen dankbar bin, welche mir helfen den passenden Studiengang inklusive Standort für mich zu finden.

Bezüglich „Jugend forscht“ muss ich zugeben, dass mich der Ausflug ein wenig enttäuscht hat. Es war eine interessante Erfahrung, jedoch habe ich durch den Ruf des Projekts eine riesige Veranstaltung erwartet, mit innovativen Erfindungen. Einige Projekte entsprachen durchaus dieser Vorstellung, jedoch denke ich, dass bei vielen Kindern auch eher die Eltern die antreibende Kraft darstellen und nicht das Interesse der Kinder an Forschung, wie es eigentlich sein sollte. Ein gutes Beispiel hierfür waren zwei relativ kleine Mädchen von neun oder zehn Jahren, die angeblich selbst Seifen herstellen. Ich schätze natürlich das Engagement der Kinder und deren Eltern, jedoch habe ich schon selbst Seifen produziert, was aufgrund der Chemikalien und benötigter Hitze relativ gefährlich, besonders für jüngere Menschen, ist. Auch das Plakat der Beiden sah verdächtig professionell aus. Mir ist bewusst, dass in diesem Alter keine Meisterleistungen von den Kindern zu erwarten sind, trotzdem bezweifle ich, dass der Sinn von „Jugend forscht“ darin besteht, dass Eltern die Projekte durchführen und dann ihre Kinder an den Messestand setzen. Deutlich besser haben mir deshalb drei Jungen gefallen, die eine Linderung für Brennnesselstiche gesucht haben. Bei ihnen war ein ernsthaftes Interesse an dem Thema zu spüren. Auch bei zwei zehnjährigen Jungen ging es mir ähnlich, welche entdeckt haben, dass brauner, etwas abgestandener Apfelsaft tatsächlich besser schmeckt als frisch gepresster. Ich denke dieser Umfang eines Projekts entspricht dem Alter eher als die eigene Herstellung von Seifen.

Am meisten beeindruckt hat mich allerdings ein Projekt von drei Mathematik begeisterten 17 bis 19 jährigen jungen Herren. Ich habe mich gemeinsam mit Iduna und Athene ziemlich lange mit ihnen unterhalten, da sie trotz ihrer ziemlichen „Nerdigkeit“ sehr sympathisch und offen waren. Ihr Projekt befasst sich mit dem mathematischen Problem der „Türme von Hanoi“. Die Drei suchen mittlerweile schon seit zweieinhalb Jahren nach dessen Lösung, wobei sie mit einzelnen kleinen Zwischenschritten schon relativ erfolgreich sind und dafür auch Preise erhalten haben. Trotz dem, dass Mathematik zu meinen besten Fächern gehört, habe ich mich nach der Konversation ziemlich unwissend gefühlt, da bei den Jungs eine enormes Wissen der Sachlage vorhanden war.

Auch bei einem 17-Jährigen, welcher selbst einen gut gelungenen Kunststoff aus Pflanzenproteinen entwickelt hat, habe ich eine riesige Leidenschaft für sein Themengebiet gespürt. Dies hat mir sehr gefallen, da ich mir so die Teilnehmer auch im Voraus vorgestellt habe. Was mir zusätzlich an dem Besuch gefallen hat, war die Tatsache, dass ich Informationen und wertvolle Materialien für meine kommende GFS über „Biokunststoffe“ von diversen Projekten dieser Art sammeln konnte.

Alles in allem war der Ausflug eine gute Erfahrung, jedoch habe ich mir „Jugend forscht“ beeindruckender vorgestellt. Fairerweise muss man allerdings sagen, dass es mehrere Standorte des Projektes gibt und diese meinen ehemaligen Vorstellungen eher entsprechen.