Besuch bei Jugend forscht

„Jugend forscht” ist ein Wettbewerb, dessen Ziel es ist, junge Talente in den Bereichen Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Geo- und Raumwissenschaften, Mathematik, Informatik, Physik und Technik zu fördern. Man kann ab der 4. Klasse bis 14 Jahre bei „Schüler experimentieren” und von 15 bis 21 Jahre bei „Jugend forscht” mitmachen. Nachdem man ein Thema gefunden hat, meldet man sich zum Regionalwettbewerb an. Die Gewinner stellen ihr Projekt beim Landeswettbewerb vor, und dessen Gewinner kommen dann schlussendlich zum Bundesfinale „Jugend forscht”.

Die regionale Ausstellung, die wir am 14. Februar 2020 besuchten, fand auf dem Campus der Hochschule Heilbronn in Künzelsau statt. An der Hochschule Heilbronn, der größten Hochschule für angewandte Wissenschaften in Baden-Württemberg, studieren derzeit 8500 Studenten Technik, Wirtschaft und Informatik. Mir persönlich ist aufgefallen, dass die Studenten dort sehr freundlich und offen sind. Auch die Hochschule ist offen für verschiedene Studienmöglichkeiten, zum Beispiel dual oder kooperativ.

Wir haben uns mehrere interessante Projekte angeschaut, von denen ich hier berichten möchte. Eines nannte sich „Keine Ghost Bikes mehr!” Dieser Schüler hatte ich zum Ziel gesetzt, ein Gerät zu bauen, mit dem man Fahrzeuge und Menschen im toten Winkel wahrnimmt, um Unfälle zu verhindern. Er baute ein Ultraschallgerät, das nach der Erkennung ein Licht bzw. einen Ton auslöst. Auf einem Bildschirm konnte man sehen, wie nah das Fahrzeug oder der Mensch ist.

Ein Mädchen aus der fünften Klasse experimentierte, ob Traubenzucker wirklich in Mathearbeiten und beim Rennen hilft. Dafür machte sie Tests mit ihren Klassenkameraden, wobei einige Traubenzucker genommen hatten und andere nicht. Sie mussten dann entweder ca. 20 Kopfrechenaufgaben lösen oder eine bestimmte Strecke rennen. Ihr Ergebnis war, dass es beim Rechnen keinen großen Unterschied machte, beim Rennen aber einen positiven.

Ein chemisch interessierter Schüler probierte aus, ob man aus dem Abfallprodukt Lignin bei der Papierherstellung Biokleber herstellen und es so nutzen könne. Er untersuchte, ob es die Festigkeit und die Dichte des Holzes, das er bekleben möchte, änderte. Sein Ergebnis war, dass es das Holz nicht kaputt macht und das Holz auch seine Festigkeit beibehält und man Lignin aus diesem Grund optimal für Snowboards oder Möbel nehmen könnte.

Eine Mathematikerin versuchte, eine Regel für die Verteilung der Primzahlen innerhalb der natürlichen Zahlen zu finden. Mithilfe der Formel f(x)=n²+n+a und der Ulamspirale fand sie heraus, dass häufiger eine Primzahl auftritt, wenn man für a eine Primzahl einsetzt als wenn man keine Primzahl einsetzt.

Ein Musik- und Physik-Fan, der schon seit seinem fünften Lebensjahr Geige spielt, baute selber eine Geige und maß dann die Frequenz einer Profigeige und seiner selbst gebauten Geige. Er fand heraus, dass der Unterschied sehr gering ist, die Frequenz seiner selbst gebauten Geige aber noch nicht optimal sei. Jedoch meinte er, dass man dies verbessern könne.

An diesem Vormittag sah ich spannende Projekte, in die unterschiedlichste Schüler und Studenten viel Zeit investiert haben und lernte viel Neues dazu.

Quellen:

Stiftung Jugend forscht e.V. Zugriff am 29.02.2020. Verfügbar unter: https://www.jugend-forscht.de/